4gang

Echte Eisbach-Pioniere

English Version

Back in 1980 … machten diese Jungs den Eisbach unsicher

Als begeisterten Wasserskifahrern ließ ihnen der Anblick der reißenden Stromschnellen
unterhalb der Prinzregentenstraße keine Ruhe – bis sie sich aufmachten, es zu wagen …

Bis dahin hatte Eisbach-“Surfen” so ausgesehen

Im übrigen – saugefährlich !

Wieso Pioniere ? Das ging doch schon viele Jahre früher los !

Nun – während der Studienzeit verbrachten wir ab Sommer 1978 so manchen Nachmittag im Englischen Garten
(genau genommen – sogar mehr als manche – wenn das Wetter gepaßt hat).

Das heißt: von Sommer 1978 bis 1982 – also über einen Zeitraum von 5 Jahren – haben wir keinen bemerkt,
der sonst noch an der Welle gefahren wäre – egal, ob gesurft, mit Wasserski oder mit dem Seil-Brett.

Was es dagegen zuhauf gab, waren Brettl-Surfer am Gummi-Seil, weit unterhalb der Welle.

Die Verhältnisse damals sind auch nicht mit den Verhältnissen heute vergleichbar:
Von der linken Seite aus war ein Start nahezu unmöglich, weil dort keine tragfähige Welle ausgebildet war –
sondern nur eine schaumige Rückströmung.
Der Zugang zur rechten Seite war durch Büsche und Brennesseln versperrt. Da mußte man sich erst einmal
durchzwängen.
Die Welle selbst war keineswegs so durchgängig und stabil wie heute. Wenn man Pech hatte, war wochenlang
über die ganze Breite kein einziges Fleckchen befahrbare Welle übrig – nur durchgehend schaumige Rückströmung.
Wir haben einige Male frustrierende Bekanntschaft mit solchen (längerdauernden) Perioden gemacht.

Aber an der Floßlände gab’s doch schon Wellen-Surfer. Die konnten es doch einfach am Eisbach auch probieren!

Abgesehen von den oben erwähnten Mißlichkeiten, war das auch aus anderen Gründen nicht ganz so einfach:

Die Surf-Bretter zu der Zeit waren noch ziemlich lange gerade Dinger – nicht sonderlich gut geeignet für eine kurze stark gekrümmte Welle.
http://video.mpora.de/watch/bb5IJvB9k/

Außerdem ist das so ‘ne Sache – sein schickes, teures Surfbrett in das Wildwasser an der Eisbachwelle schmeißen –
und Schrammen, Kerben und Löcher riskieren.

Wie man auf unserem Film sehen kann, ging das ja nach der Welle noch ein ganzes Stück wild und schaumig
weiter – mit Wirbeln und Strudeln. Kommt noch das Donnern und Tosen dazu. Das kann schon ganz schön
Furcht einflößend sein – speziell beim ersten Mal.

Es macht ja einen gewaltigen Unterschied – ob du siehst, wie einer nach dem anderen ins Wasser hüpft – und problemlos wieder auftaucht –
oder – ob du ganz alleine am Rand stehst – und auf die donnernde Welle runterschaust.

Und niemand zeigt dir, daß es geht. Und niemand sagt dir – das ist harmlos.
Ganz im Gegenteil ! Im Kopf hast du Erzählungen von Leuten, die der Strudel unter Wasser gedrückt hat –
die ertrunken sind – oder nur knapp davongekommen.

Du siehst die Strömung und die Wirbel und den Schaum – und du überlegst, ob da unten wohl Steine vorstehen –
was ist, wenn du blöd rumgewirbelt wirst – und dir den Kopf dort anschlägst ? Ob da vielleicht so eine
Walze ist, wo man nicht mehr so einfach raus kommt ?

Der Weg auf die Welle

Wir sind natürlich nicht gleich beim ersten Besuch im Englischen Garten auf die Welle.

Da gab’s ja mehr als genug zu sehen und auszuprobieren:
Den Eisbach runterschwimmen, durch die Stromschnellen – unter den Brücken hängen – unter dem Wasserfall stehen –
Frisbee spielen – und überall – hübsche Mädchen – und damals fast alle hübschen – auf der Wiese oben ohne.
Gegen später in Biergarten – oft am Chinesen – unterhalten – rumflirten.

Aber – wir haben uns auch die Brettl-Fahrer am Gummi-Seil angesehen – und als begeisterte Wasserskifahrer
überlegt, ob man dort nicht auch Wasserski fahren könnte.

Den Sommer drauf hab ich dann einen Teller und Wasserski-Leine aus Regensburg mitgebracht und die
ersten Versuche unternommen – an der Stelle, wo auch die Brettl-Fahrer gefahren sind.
Das ging einigermaßen – aber auf Dauer ein bißchen lahmarschig

Also schauten wir uns an, wie schnell der Eisbach weiter vorne wird – und landeten wenig später an der Welle.

Natürlich war uns beim ersten Mal ganz schön mulmig zumute – aber wir haben uns schließlich doch getraut –
und das Seil am Gitter der Brücke festgemacht und – sind gefahren.
Das ging schon richtig gut – fast wie hinterm Boot oder an der Seilbahn – und Reinfallen war dann tatsächlich
viel harmloser als gedacht.
Wir probierten dann auch unterschiedliche Seillängen aus – und stellten dabei fest, daß man mit dem Teller
sogar ohne Leine surfen konnte, wenn man die richtige Stelle erwischte. Allerdings hat es einen dabei
verdreht – denn der Teller hat ja keine Finne und braucht den Leinenzug zum Stabilisieren.

Nächste Überlegung: Ein Surfbrett muß her – aber woher nehmen.

Abgesehen davon, daß man passende Surfbretter in Deutschland nicht so einfach bekam – waren die
Dinger auch etwas oberhalb der Preisklasse von Studenten angesiedelt. Also – selber bauen.
Einfachste Methode: Wasserfestes Sperrholz besorgen – aussägen – zurechtschleifen – alte Monoski-Flosse dran – fertig !

Im Sommer darauf – also 1980 – war’s dann soweit – und wir machten unsere ersten richtigen Surf-Versuche an der Welle !
Wie im Film zu sehen:
Michael als erster Fahrer und Surfer, dann Reinhard und Stefan – oder umgekehrt – und ich selbst als letzter Surfer.

Am Anfang brauchten wir zum Starten noch die Wasserski-Leine – später bekam das Brett eine Schlaufe für den vorderen Fuß.
Damit konnte man dann per Sprungstart auf die Welle hüpfen – und das Brett bei Bedarf nach oben ziehen.
Wegen der fehlenden Krümmung bestand ja permanent die Gefahr zu unterschneiden (wie man auch im Film
mehrere Male sehen kann).

So ging’s also los – mit dem Surfen auf der Eisbach-Welle.

or over http://www.infiniteyoutube.com/?v=QufgBjP2qvo&p=n and over again

3 Comments »

  1. Yes ! 1000 Dank für den Beitrag zur Riversurfhistory ! Ich werds gleich bei mir im Blog posten (riversurfen.tumblr.com) !

    Comment by Shaun Boger — 04/08/2011 @ 09:00 | Reply

  2. […] zuhause nachmachen! Echte Eisbach-Pioniere (Videos) – danke […]

    Pingback by legal.hardcore.germoney 18.08.14 | monstropolis — 18/08/2014 @ 16:14 | Reply


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