4gang

01/03/2014

Linux-Installer erkennt Windows 7 Partition nicht Problem – gelöst

Gestern stand ich mal wieder vor dem leidigen Problem, daß der aktuelle Linux-Installer (hier von Mint 16  Mate)
das mühsam  zuvor installierte Win-7-Betriebsystem auf meinem Asus-Laptop (F201E) partout nicht erkennen wollte
und nur die Auswahl, Linux auf die komplette Platte einzurichten anbot – und dabei die Windows-Installation zu zerstören –
nicht aber die Möglichkeit, Linux neben Windows parallel zu installieren.
Von der weiteren Option “etwas anderes” sollte man lieber die Finger lassen, wenn man nicht zufällig Linux-System-Programmierer ist.

Abgesehen davon, daß die dann dargebotenen Einstellmöglichkeiten alles andere als selbsterklärend sind, findet man zu diesem
Zeitpunkt wohl auch wenig Anhaltspunkte – es wird ja keine Partition erkannt. Hier einfach irgendwas auszuprobieren, dürfte
das ursprüngliche Betriebssystem mit hoher Wahrschweinlichkeit ins Nirvana schicken – und ob dann wenigstens Linux bootet –
wer weiß.

Auch die Installation von Win-7-64 vom USB-Stick aus, statt von Disk brachte diesmal keine Abhilfe (von wegen GPT anstelle von MBR).
Laut MiniTool Partition Wizard Durchsicht der Windows-Partions handelte es sich auch  angeblich ganz normal um eine
MBR-Partition-Table.

Die Diagnose von GParted nach Boot vom Linux-Stick meldete dann dieses:

Warning: /dev/sda contains GPT signatures, indicating that it has a GPT table.
However, it does not have a valid fake msdos partition table, as it should.
Perhaps it was corrupted — possibly by a program that doesn’t understand GPT
partition tables. Or perhaps you deleted the GPT table, and are now using an
msdos partition table. Is this a GPT partition table?

Und dann noch die Frage ob die Partition als GPT oder MBR behandelt werden soll
Aber sowohl die Antwort “GPT” als auch die Antwort “MBR” lieferte keine anzeigbaren Partitions.
Diese Ausgabe, die uns hier zunächst recht ratlos und auch enttäuscht zurückläßt, liefert tatsächlich aber
den entscheidenden Hinweis auf das vorliegende Problem – das sich auf relativ einfache Weise beheben läßt:

Anscheinend bringen die GPT-Überreste von vorherigen Installationen bzw. Istallationsversuchen
(typischerweise von Win 8 und Win 7) den Linux-Installer und Gparted so durcheinander, daß sie die
komplette Windows-Partition ignorieren – obwohl die ja durchaus einen funktionsfähigen MBR aufweist.

Zum Glück gibt es aber ein anderes Linux-Tool, nämlich “gdisk” das die irreführenden GPT-Splitter beseitigt und damit
die Voraussetzung für eine problemlose Parallelinstallation durch die Linux-Installer wieder herstellt,
wie in dem weiter unten zitierten und verlinkten Beitrag beschrieben wird.

Hier außerdem auf deutsch und zusätzlich mit meinen Erläuterungen, was genau die notwendigen Schritte sind:

– sobald das (Live-)Linux gebooted ist, klickt man nicht auf Install Linux, sondern ruft GParted über das Menu auf
(falls das nicht im Live-Linux enthalten ist, muß man das nachinstallieren – geht analog zu “gdisk” weiter unten)

– wenn beim Aufruf von GParted oder Parted oder einem vergleichbaren Tool die schon erwähnte Meldung kommt (siehe oben)
und eine “leere” Partition, wo eigentlich Windows  angezeigt werden sollte – dann liegt das Problem vermutlich an
den GPT-Resten der vorherigen Installation – und das läßt sich mit den folgenden Aktionen beheben:

– zuerst muß man “gdisk” installieren, damit der folgende Ausbesserungsbefehl gegen die GPT-Reste funktioniert
(über das Menü “gdisk” eintippen und installieren auswählen – oder man macht’s  so wie unten beschrieben)
und dann kann man “fixparts /dev/sda” im Terminal eingeben.

Falls mehrere Speichermedien  im Rechner angeschlossen sind, muß man evtl.  entsprechend der Ausgabe von Gparted anstelle von “sda”,  “sdb” oder “sdc” angeben  –
für das Speichermedium auf das installiert werden soll (aber eben nicht z.B. “sda1” oder “sda2” – wie laut eines Linux-Forums erfolglos probiert wurde).
Die Bezeichnung des Speichermediums ist in dem nachfolgenden Bild in dem rot umkringelten Eck zu sehen:

gparted-sda

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier wird z.B. die Festplatte mit der Windows-7-Partition unter “sdc” geführt – weil noch mehrere andere Festplatten in dem  Rechner angeschlossen sind:

 dev-sdc - GParted

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allerdings wird man die hier in den Bildern angezeigte Aufschlüsselung erst sehen, wenn man das Problem mit der Partition-Table behoben hat.
Bis dahin wird nur eine leere Partition anstelle der Windows Partition angezeigt.

Dazu kann ich leider z.Z. kein Bild liefern – weil ich  keinen Rechner in diesem Zustand vorliegen habe – und sich dieser Zustand auch nicht
einfach so herstellen läßt – aber hier kann man eine solche Anzeige sehen: http://rodsbooks.com/missing-parts/
Unter diesem Link kann man auch noch weitere Tipps finden, wenn die hier beschriebene Methode nicht funktioniert.

 

 

Falls man zu dem Zeitpunkt nicht mit Root-Rechten unterwegs ist, muß man noch “sudo” voranstellen also insgesamt  “sudo fixparts /dev/sda” ins Terminal
eingeben (und mit Enter ausführen). Man wird dann nach dem Paßwort gefragt – was normalerweise das Anmelde-Paßwort ist.

– anschließend kommt eine Meldung, etwa wie diese:

Loading MBR data from /dev/sda

NOTICE: GPT signatures detected on the disk, but no 0xEE protective partition!
The GPT signatures are probably left over from a previous partition table.
Do you want to delete them (if you answer ‘Y’, this will happen
immediately)? (Y/N):

Wenn man Y eingibt, wird die Löschung der GPT-Reste sofort umgesetzt  – anschließend kann man das Programm sofort wieder mit q beenden.

Die folgende Warnung, daß alle Änderungen unwirksam seien, kann man ignorieren und das Terminal beenden.

Die Änderungen an der Partition-Table sind keineswegs unwirksam – wie der nochmalige Aufruf von GParted beweist:
Alle Partitions werden jetzt korrekt angezeigt – Windows 7 läßt sich nach wie vor booten – und der Linux-Installer zeigt
wie gewünscht die Auswahl neben Windows zu Installieren an  – und installiert dann auch alles brav wie gewünscht.

 

Partition Wizard: Partition-Wizard GParted: GParted

 

Fast wie im Märchen !

 

 

Nachdem diese relativ einfache Lösung eines doch nicht so seltenen und äußerst frustrierenden Problems bisher noch
nicht so einfach zu finden ist – habe ich das hier in diesem Beitrag ein weiteres Mal veröffentlicht und verlinkt.

Der Dank gilt voll und ganz den Findern der Lösung (siehe nachfolgenden Link/Text)

http://forums.linuxmint.com/viewtopic.php?f=46&t=106655

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Re: Mint installer can’t see partitions

Postby TheVorteX on Mon Jul 02, 2012 12:20 pm

Found out what the problem is after some more Google searching. Apparently there was a leftover GPT partition signature while the actual partitions were MBR. Others can check for this by typing in the terminal “parted /dev/sdX print”. Replace sdX with the actual drive. Here was the output that I got:

mint mint # parted /dev/sda print
Warning: /dev/sda contains GPT signatures, indicating that it has a GPT table.
However, it does not have a valid fake msdos partition table, as it should.
Perhaps it was corrupted — possibly by a program that doesn’t understand GPT
partition tables. Or perhaps you deleted the GPT table, and are now using an
msdos partition table. Is this a GPT partition table?

After this I installed gdisk which includes the fixparts command by typing “apt-get install gdisk”. After this installed I typed “fixparts /dev/sda” (replace sda with your hard drive) and fixparts immidiately came up with this:

mint mint # fixparts /dev/sda
FixParts 0.8.1Loading MBR data from /dev/sdaNOTICE: GPT signatures detected on the disk, but no 0xEE protective partition!
The GPT signatures are probably left over from a previous partition table.
Do you want to delete them (if you answer ‘Y’, this will happen
immediately)? (Y/N): Y
Erasing GPT data!

I typed q to quit and now the installer and GParted see my partitions fine :D. Hope this post helps someone else.

I fixed this issue with help from this page:
http://rodsbooks.com/missing-parts/

TheVorteX
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Re: <Solved> Mint installer can’t see partitions

Postby ahmedeering on Wed Jan 30, 2013 9:28 pm

THANK YOU !!!
i’m a linux noob and this just saved me !!! very grateful for the quoted commands !!
ahmedeering
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Re: <Solved> Mint installer can’t see partitions

Postby Tirnaog on Wed Jun 19, 2013 8:06 am

I am getting same problem trying to install Mint.
But when I run the fixparts cmd I get an error 20 result.
Cant read MBR dtat from /dev/sda/Fixparts is version: 0.8.5Any ideas?
Tirnaog
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Re: <Solved> Mint installer can’t see partitions

Postby Savage001 on Mon Nov 18, 2013 7:03 pm

Just registered to post on this thread to say thankyou! I too was also getting a “dev/sdb contains GPT signatures, indicating that it has a GPT table. However, it does not have a valid fake msdos partition table, as it should. Perhaps it was corrupted — possibly by a program that doesn’t understand GPT partition tables. Or perhaps you deleted the GPT table, and are now using an msdos partition table. Is this a GPT partition table?”Thankyou TheVorteX, your information greatly helped.Savage

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Re: <Solved> Mint installer can’t see partitions

Postby molram on Sun Dec 01, 2013 1:14 pm

Thank you very much!! This stuff was my solution.I had problems trying to install the Linux Mint 16 with EFI. And I wanted to install normal, but I was not able to see the partitions. And was exactly this problem and the solution also!
molram
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4 Comments »

  1. Nachdem ich dem Verzweifeln schon nahe war , ich hatte schon alle Linux-Distribuitionen durch ,und wollte schon aufgeben da fand ich diese Seite ! Haben Sie recht Herzlichen Dank !

    Comment by Bernhard Classen — 04/08/2014 @ 17:30 | Reply

    • Tja – ein leidiges Problem, das von der Linux-Gemeinde großenteils standhaft ignoriert wird.

      Ich hatte mal die Frechheit besessen, in einem Heise-Forum anzumerken, statt der 1000den Desktop-Variante, mal lieber den Installer auf Vordermann zu bringen (wegen genau dieses Problems).
      Tenor der Antworten: Wer zu blöd sei, Linux zu installieren, solle die Finger davon lassen.

      Viele Tips in den Linux-Foren zu dem Thema sind meist auch nicht wirklich hilfreich – weil sie das eigentliche Problem weder sehen, noch beheben.
      Auf die verlinkte Original-Lösung von 2012 bin auch nur deswegen gestoßen, weil ich diese komische Meldung von Gparted in Google eingegeben habe.
      Die Haupt-Intention meines Beitrags war, diese Lösung leichter auffindbar zu machen – bis vielleicht irgendwann mal ein verbesserter Installer rauskommt, der das dann wieder selber kann.

      Viele Grüße

      Comment by 4gang — 04/08/2014 @ 18:04 | Reply

  2. Blitzsauberer und sauber geschriebener Lösungsansatz. Danke…

    Comment by rhenium — 29/12/2014 @ 17:13 | Reply

  3. Tausend Dank, hat funktioniert😉

    Comment by Peter Lohren (@lohren) — 11/04/2015 @ 21:19 | Reply


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